Sonntag, 15. November 2015

[Buchgedanken] Cornelia Funke - Reckless. Lebendige Schatten

Nur mit Hilfe der dunklen Fee hatte Jacob Reckless seinen Bruder Will retten können. Doch dafür muss er einen hohen Preis zahlen. Auf seiner Fee ist das Zeichen des Feenfluchs zurückgeblieben, eine Motte, die sich irgendwann lösen und ihm das Leben kosten wird. Gemeinsam mit seiner Gefährtin Fuchs versucht Jacob, ein Heilmittel zu finden, doch das einzige, was noch helfen könnte ist die Armbrust eines Hexenjägers, hinter der aber auch ein Goyl her ist. Eine Hetzjagd quer durch die Spiegelwelt ist die Folge, in der Jacob Reckless immer mehr die Zeit davonzulaufen droht ...

Ich hatte den ersten Band schon vor einer gefühlten Ewigkeit gelesen und war damals nur mäßig begeistert. Kein Wunder, dass ich den zweiten Teil dann nur eingepackt habe, als ich zufällig in der Bibliothek darüber gestolpert bin. Insofern war die erste Herausforderung für mich, mich wieder daran zu erinnern, was im ersten Band passiert ist - dank Wikipedia war es dann auch schnell klar, sodass ich mich voll auf dieses Buch konzentrieren konnte.

Ich mag Cornelia Funke ja eigentlich total gerne. Umso schlimmer ist es für mich, dass die Reckless-Reihe so grandios in die Hose gegangen zu sein scheint. Dieses Buch, das als Positives vorneweg, hat wieder sehr schöne Zeichnungen von der Welt hinter dem Spiegel, die Illustrationen ziehen mich in die Geschichte. Aber eben der Rest nicht. Die Geschichte ist schon sehr stark am altbewährten Märchenstrickmuster ausgerichtet, aber das wäre schön, wenn sie sich dann wenigstens Zeit nehmen würde, mich diese Welt mal wirklich atmen zu lassen. Das passiert aber nicht, stattdessen zieht sich diese Schatzsuche in ziemlich bedrückender Langeweile. Ich habe mich so oft dabei erwischt, wie ich die Worte nur noch oberflächlich wahrgenommen und dadurch Handlungen einfach überlesen habe - warum? Die Spannung wird immer nur so oberflächlich gehalten, ich leide nie wirklich mit den Figuren mit, egal, wie oft sie mir erzählen, wie schlecht es ihnen geht. Ein gutes Beispiel dabei ist die Szene mit dem Blaubart, da soll Fuchs Angst in Flaschen gesammelt werden. Und ja, die Flaschen laufen voll, aber mich nimmt das überhaupt nicht mit.

Bin ich zu alt für Cornelia Funke? Niemals. Aber anscheinend ist das Buch einfach zu sehr darauf geschrieben, irgendwann verfilmt zu werden und spart sich schon einmal vorsichtshalber, mir Bilder zu vermitteln.

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