Donnerstag, 27. August 2015

[Buchgedanken] Agatha Christie - Das fehlende Glied in der Kette

Auf dem Landgut der Cavendishs treffen sich Captain Hastings und sein alter Bekannter, er belgische Polizist Hercule Poirot. Beide sind bekannt mit Mrs. Inglethorpe, ehemals Cavendish, die den Landsitz und ein beträchtliches Vermögen von ihrem verstorbenen Gatten geerbt hatte. Doch jetzt ist sie verheiratet mit einem deutlich jüngeren Mann - und dann stirbt sie auch noch eines mysteriösen Todes. Der schnell verdächtige Gatte jedoch kann von Popirot entlastet werden - aber wer hatte dann sowohl Motiv als auch Gelegenheit, den heimtückischen Giftmord zu verüben? Poirot nimmt die Ermittlungen auf ...

Dieses Buch ist der allererste Agatha Christe überhaupt. Und direkt zu Beginn ihrer Schriftstellerkarriere nimmt sich die Queen of Crime dem altbekannten Fall des Mordes hinter verschlossenen Türen an. Darüber hinaus reichert sie den Fall an mit schnell verdächtig erscheinenden Typen, mit jeder Menge Hintergrundgeheimnissen und vielen, vielen variierenden Motiven, die sich plötzlich auftun. Dass sie sich dann zu diesem Ende entschloss, dass auf jeden Fall überraschend ist, ist ihr zugute zu halten. Was mir am Buch allerdings wie immer weniger gefallen hat, war diese fürchterliche Rolle, die sie dem Leser zudenkt. Durch Hastings (den auch Agatha Christe selbst anscheinend nicht leiden konnte) lenkt sie den Leser auf falsche Spuren und zu Schlussfolgerungen, die dann vom großen Meister enträtselt und zurecht gebogen werden. Dabei ist es natürlich immer seine Interpretation, die der Wahrheit entspricht, während andere, abenfalls logische Schlussfolgerungen, kleingeredet werden. Abgesehen davon, dass mir Poirot als Charakter einfach zu überzeichnet ist, um ihn jemals wirklich zu mögen, finde ich, dass sich hier schon sehr die Idealtypen der englischen Krimiliteratur in einem kleinen Raum versammelt haben. Muss man mögen, um sich hier auf die Suche nach einem fehlenden Kettenglied zu begeben, das - ganz im Sinne Sherlock Holmes - die Lösung am Ende übrig lässt, die als einzige möglich ist.

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