Sonntag, 13. April 2014

[Buchgedanken] Wulf Dorn - Mein böses Herz

Vor 14 Monaten starb Doros kleiner Bruder den plötzlichen Kindstod. Doro erlitt einen Nervenzusammenbruch, begann Stimmen zu hören und immer wieder die Leiche ihres Bruders zu halluzinieren, da sie sich für seinen Tod verantwortlich fühlte. Die Ehe der Eltern zerbrach und jetzt ist es Zeit für einen Neuanfang. Doros Mutter zieht mit ihr ins beschauliche Ulfingen, wo ein privater und beruflicher "Reset" gestartet werden soll. um einen Neuanfang zu starten. Doch dies scheint nicht zu klappen, Doro wird erneut von ihren Halluzinationen verfolgt. Als sie eines Nachts dann auch noch einen abgemagerten und halb tot wirkenden Jungen in ihrem Holzschuppen findet, der sie um Hilfe bittet, fällt das aus ohnehin schon dünnem Holz bestehende Gerüst ins sich zusammen, und Doro droht der vollständige Verlust ihres Verstandes. Denn kaum hat sie Hilfe gerufen, ist der Junge verschwunden - und alle wollen ihr einreden, dass es ihn nie gegeben hat. Wem kann sie noch glauben?

Jugendthriller sind für mich immer ein netter Snack für Zwischendurch, weil sie sich so schön schnell lesen lassen. Es gibt ein bisschen was fürs Herz und viel Spannung, als Teenager hätte ich das großartig gefunden. Heute - wo man aus meinem Alter locker zwei Teenager machen kann - bin ich von vielen Jugendthrillern doch ein wenig ... nein, gelangweilt ist das falsche Wort. Ich lese sie gerne, aber so wirklich spannend sind sie trotz aller Versuche nicht. Auch hier finde ich in dem Buch sehr viele Übertreibungen, über die ich als Jugendliche ohne weiteres hinweg gesehen hätte. Was ich aber auch damals schon doof gefunden hätte: das Ende. Dieses "Damit hättest du nicht gerechnet, oder?"-Moment wird mir in diesem Buch zu sehr auf die Spitze getrieben, ist es mir einen Tick zu gewollt originell. Sprachlich ist das Buch absolut gelungen, es zieht mit und Doros Selbstzweifel und Ängste sind super umgesetzt. Insgesamt kann man es in diesem Bereich sehr viel schlechter treffen ;-)

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