Freitag, 5. Juli 2013

Edith Nesbit - Die Kinder von Arden


Edred und Elfrida sind die letzten Sprösslinge des verarmten Adelshauses Arden. Ihr Vater ist auf See verschollen und die beiden leben nun im heruntergekommen Stammsitz und haben sich in den Kopf gesetzt, den verschollenen Familienschatz zu finden. Dabei hilft ihnen das Muddeltier, ein maulwurfähnliches Wesen, dass die beiden auf einen Trip in die Arden'sche Vergangenheit schickt. Dabei lernen sie nicht nur die Familiengeschichte, sondern auch, dass es neben Geld noch wichtigere Dinge gibt ...

Ich habe zu meiner Kommunion ein Buch geschenkt bekommen, in dem so Highlights aus Büchern abgedruckt waren, die Lust aufs Weiterlesen machen sollten. Eines dieser Kapitel war eine unglaublich lustige und irgendwie verwirrende Geschichte von zwei Kindern, die sich alte Kleidung anziehen und plötzlich in einem Schloss landen. Das Mädchen zitiert im Garten ein Gedicht "Remember, remember the fifth of november" und deckt damit versehentlich eine Verschwörung auf. Ich habe mich jahrelang an dieses Kapitel erinnert und nie herausgefunden, aus welchem Buch es ist - bis ich dann über "Die Kinder von Arden" gestolpert bin und es dort wiedergefunden habe. Insofern war das Lesen hier auch ein Rückschritt in meine Kindheit ;-)
Edith Nesbit gilt als eine der ersten Autorinnen, die für Kinder fantastische Romane schrieb, und das um 1900. Ganz dem Zeitgeist entsprechend, sind ihre Bücher natürlich auch gleichzeitig erhobene Zeigefinger, die eine moralische Komponente vermitteln sollen. Die kann man bei dem Buch durchaus mittragen und sollte sich davon nicht abschrecken lassen, denn sonst würde man eine durchaus niedliche Geschichte verpassen. Das Mulletier ist ein ekelhaft gemeines, fieses Vieh, wenn es will, es zickt und reagiert über - alles andere als der niedliche Albinotier, das man sich anfangs darunter vorstellt. Die Abenteuer der Arden-Kinder sind spannend und kindgerecht, allerdings sollte man beim Lesen vielleicht kurz erwähnen, was es mit diesem Reim auf sich hat, denn die Gunpowder-Verschwörung ist bei uns doch eher unbekannt. Wobei ich dank der "Schwarzen Sieben" von Enid Blyton zumindest damals auch schon von Guy Fawkes gehört hatte ;-) Das Buch ist wirklich nett, rundum schön zu lesen und macht Lust auf Geschichte, deshalb würde ich es uneingeschränkt weiterempfehlen ;-)

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