Montag, 1. Juli 2013

52 Wochen, 52 Buchfragen - Woche 27

Ein Buch, das du immer wieder lesen könntest.

Ich finde es wirklich schade, dass jetzt schon die Hälfte dieser Aktion vorbei ist, denn ich mag diese Fragen sehr gerne. Mit einem lachenden und einem sehr, sehr weinenden Auge stehe ich jetzt vor dem Bücherregal und überlege, welches der Bücher ich tatsächlich vorstellen will und welches nicht, denn ich lese doch einige meiner Besitztümer immer wieder. Spontan hatte ich dann aber doch einen ziemlichen Klassiker in der Hand, den ich tatsächlich schon ich weiß nicht wie oft gelesen habe, nämlich das hier:

Christopher Marlow, Zeitgenosse Shakespeares und größter Konkurrent, Geheimagent im Dienst der Königin - als ich diesen Mann zum ersten Mal entdeckte, was ich fünfzehn Jahre alt und quasi verliebt. Gestolpert bin ich über ihn, weil er bereits vor Goethe zum ersten Mal den Faust-Stoff als Drama aufgearbeitet hat und Goethe damit auch stark beeinflusste. Ich habe das Buch damals spontan bei Weltbild gekauft und es seitdem in jedem meiner Bücherregale stehen gehabt. Es enthält sämtliche sechs Dramen in deutscher Übersetzung und ich bin jedes Mal aufs Neue fasziniert von ihnen. Während Shakespeare ein wortgewaltiger Sprachkünstler ist, sind es bei Marlowe eher die Bilder, die er auf der Bühne entstehen lässt, die faszinieren. Ganz klarer Anführer dabei ist natürlich "Das Massaker zu Paris", ein Stück über die Bartholomäusnacht, in dem er nahezu die gesamte Besetzung am Ende des letzten Akts als Leiche auf der Bühne zurücklässt - was für ein Kunstblutspektakel :-p Viel mehr beschäftigt habe ich mich dann aber mit ihm, als ich während meines Deutschstudiums den Äneas-Roman von Heinrich von Veldeke lesen musste, denn auch Marlowe hat den Stoff um Dido und Äneas verarbeitet. Wobei ich seine Dido deutlich aktiver, verzweifelter und konsequent-inkonsequenter finde als alle anderen - diese Frau ist einfach wirklich in einem Liebeswahn, der sie letztlich alles kostet.
Dramen lesen ist vielleicht nicht unbedingt im Sommer zu empfehlen, aber es lohnt sich, mal Marlowe ins Auge zu fassen, der weniger eloquent als Shakespeare scheinen mag, aber nur auf den ersten Blick ;-)

1 Kommentar:

  1. Öhm...die Frage kommt doch eigentlich erst in der nächsten Woche, oder hab ich mich jetzt vertan?

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