Donnerstag, 16. Dezember 2010

Jodi Picoult - Beim Leben meiner Schwester

Ich habe mich lange, lange, lange gedrückt um dieses Buch. Erstens, weil ich den Film nichtmal bis zur Hälfte durchgehalten habe, so verkitscht und nervig fand ich ihn, und zweitens, weil ich Angst hatte, das Buch wäre genauso. Dann habe ich letzte Woche in der Bücherei wieder mal einen akuten Anfall von Buchbulemie (alles mitnehmen, was nur geht, könnte ja sonst von jemand anderem ausgeliehen werden), habe "Beim Leben meiner Schwester" eingepackt, gestern auf zwei Zugfahrten gelesen und -
Ich bin überrascht.

Zunächst mal war ich fasziniert vom ständigen Erzählerwechsel. Genau dadurch kommt tatsächlich jede Figur zu Wort - obwohl eine eben gerade nicht, nämlich die, um die sich ja letztendlich alles dreht - und jede einzelne Person wird nachvollziehbar. Wirklich jede. Und genau dadurch stehe ich als Leser so da wie der Richter: zwischen allen Stühlen und man erwartet von mir, eine Entscheidung zu fällen, was einfach nicht funktioniert.
Was mich am Buch allerding swirklich umgehauen hat, war das Ende. Nicht nur, weil es unerwartet kommt, sondern weil ich finde, - und das passiert bei so "schicksalhaften" Enden bei mir wirklich nur sehr selten - dass es so logisch ist. Es ist das einzige Ende, das passt, um den Leser nicht am Ende in einem Wust aus Möglichkeiten und Schuldzuweisungen und weiß der Geier was sitzen zu lassen, sondern um konsequent dahin zu gehen, wohin die Geschichte eigentlich steuert.

1 Kommentar:

  1. Vom Film war ich auch sehr enttäuscht, zum Glück habe ich ihn aber erst danach gesehen. Das Buch habe ich allerdings auch ewig vor mir hergeschoben, dass mache ich immer, wenn ich große Erwartungen habe (habe im vorhinein so viel Positives darüber gehört) und war am Ende nicht enttäuscht.

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