Australien, 2005: Als Cassandras Großmutter Nell, bei der sie aufgewachsen ist, mit über achtzig Jahren stirbt, hinterlässt sie ihrer Enkelin ein mehr als seltsames Erbe: ein altes Cottage an der englischen Küste.
Australien, 1975: Nell, die nach einer Offenbarung ihres Vaters sämtlichen Kontakt zu ihren Verwandten abgebrochen hat, reist nach England auf der Suche nach ihrer Vergangenheit.
Australien, 1913: Ein kleines Mädchen wird im Hafen gefunden, ohne Namen, ohne Verwandte.
England, 1913: Die Schriftstellerin Eliza wird von ihrer Cousine Rose, mit der sie gemeinsam aufgewachsen ist, um einen Gefallen gebeten, der unglaublich erscheint.
Das sind – grob zusammengefasst und ohne unnötige Spoiler (Danke, Klappentext im Inneren des Buchumschlags, dass du mir sämtliche Lesefreude geraubt hast!!!) – die Handlungsstränge, die uns in „Der verborgene Garten“ begegnen. Das Ganze ist gradezu königlich miteinander verwoben, immer wieder taucht ein Detail in der Gegenwart/Vergangenheit auf, das zu einem früheren oder späteren Zeitpunkt eine Rolle gespielt hat oder spielen wird. Hilfe, man wird ja schon beim Rezensieren völlig wirr im Kopf!
„Der verborgene Garten“ ist ein gutes Buch, aber es ist nicht das Beste von Kate Morton. Woran könnte es liegen? Ich glaube, einfach daran, dass sie so unglaublich, unglaublich viel hineingepackt hat und zum Teil Ideen irgendwo untergehen lässt oder dann noch was nachkommt, was man eigentlich nicht braucht (ein Beispiel stellt auf jeden Fall der Bereich Pädophilie und Inzest dar, den es eigentlich nicht so konsequent dauernd in der Andeutung bräuchte…) Ich will doch nur wissen, wie das alles zusammenhängt, ich brauch nicht noch ein neues Ding drin. Dann natürlich die nervige Liebesgeschichte und Cassandras Selbstfindung (denn natürlich trägt auch sie ein fürchterliches Päckchen mit sich herum – auch das ist wieder etwas, was die Story eher unnötig in die Länge zieht). Nichtsdestotrotz: das Buch lohnt sich in jeder Seite. Interessant recherchiert (aber bitte, muss dann ausgerechnet noch Frances Hodgson Burnett auftreten? Der titelgebende Garten als Inspirationsquelle für „Der geheime Garten“ ist dann doch ein bisschen arg dick aufgetragen!) und mit einer spannend durchkonstruierten Grundgeschichte ausgestattet, ein Familiengeheimnis von fast epischem Ausmaß, dass sich hier allmählich aufblättert, interessante und gut gestaltete Charaktere mit einem gehörigen Maß an Tiefgang (z.B. Rose und ihre Mutter, die haben mir ausnehmend gut gefallen!), ein gezielter Spannungsbogen …
Doch, ich empfehle es weiter, wenn auch nicht mit voller Punktzahl.
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Freitag, 28. Oktober 2011
Katherine Webb - Das geheime Vermächtnis
Es gibt gute Familiensaga-Romane (warum sonst empfehle ich hier denn dauerhaft Kate Morton?) und es gibt … naja, sagen wir, es gibt Familiensaga-Romane, die sich an ihrer Grundidee aufhängen und dann um jeden Preis versuchen, etwas „Neues“ oder „Originelles“ zu schaffen. Dabei kann es dann passieren, dass die Ideengäule durchgehen und ein wenig zu viel auftaucht, sodass die innere Logik der Geschichte oder das, was ich den Erzählflow (also das angenehme Gefühl des Sich-in-den-Roman-Reinversenken) nenne, ein bisschen leiden, weil ich beim Lesen eher das Gefühl habe: „Ahja, klar … mhm … ui, jetzt werden wir auch noch exotisch“.
Genau das ist meiner Meinung nach Katherine Webb passiert. Erica und Beth erben von ihrer Großmutter den Landsitz Storton Manor. Einzige Bedingung ist, dass beide dort leben – was sie nur ungern tun, denn beide verbinden damit vor allem die Erinnerung an den Sommer, in dem ihr Cousin Henry spurlos aus Storton Manor verschwand. Beim Ausräumen entdeckt Erica eine Fotografie ihrer Urgroßmutter Caroline mit einem Säugling – aber der kann keiner ihrer Vorfahren sein, denn Caroline war zum Zeitpunkt der Aufnahme des Fotos noch unverheiratet.
So weit, so gut. Die Ausgangsbasis klingt spannend und vielversprechend, wird jetzt jedoch angereichert mit der gehörigen Prise Exotik. Es treten auf: ein Gruppe nicht näher definierter Angehöriger von „wanderndem Volk“; ein liebenswerter geistig Behinderter; ein verbotener Jugendfreund; ach ja, und ein paar Indianer braucht man auch noch. Das ganze einmal gut durchmischen und *zack* haben wir eine Familiensaga, die an ihren eigenen Ideen zu Grunde geht. Das liegt daran, dass die Figuren dazu tendieren, immer nur zwischen extremen Gefühlslagen zu pendeln und dadurch gerne mal Handlungen vornehmen, die – mit Verlaub gesagt – ziemlich überzogen sind. Und genau so eine überzogene Handlung (ach halt nein, gleich ihrer zwei, oder vielleicht doch drei?) macht dann die Auflösung dieses Buches aus, von dem ich dadurch ziemlich enttäuscht war. Immerhin, ein hübsches Titelbild haben sie ausgesucht, aber die Geschichte ist maximal drei Sternchen wert.
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Genau das ist meiner Meinung nach Katherine Webb passiert. Erica und Beth erben von ihrer Großmutter den Landsitz Storton Manor. Einzige Bedingung ist, dass beide dort leben – was sie nur ungern tun, denn beide verbinden damit vor allem die Erinnerung an den Sommer, in dem ihr Cousin Henry spurlos aus Storton Manor verschwand. Beim Ausräumen entdeckt Erica eine Fotografie ihrer Urgroßmutter Caroline mit einem Säugling – aber der kann keiner ihrer Vorfahren sein, denn Caroline war zum Zeitpunkt der Aufnahme des Fotos noch unverheiratet.
So weit, so gut. Die Ausgangsbasis klingt spannend und vielversprechend, wird jetzt jedoch angereichert mit der gehörigen Prise Exotik. Es treten auf: ein Gruppe nicht näher definierter Angehöriger von „wanderndem Volk“; ein liebenswerter geistig Behinderter; ein verbotener Jugendfreund; ach ja, und ein paar Indianer braucht man auch noch. Das ganze einmal gut durchmischen und *zack* haben wir eine Familiensaga, die an ihren eigenen Ideen zu Grunde geht. Das liegt daran, dass die Figuren dazu tendieren, immer nur zwischen extremen Gefühlslagen zu pendeln und dadurch gerne mal Handlungen vornehmen, die – mit Verlaub gesagt – ziemlich überzogen sind. Und genau so eine überzogene Handlung (ach halt nein, gleich ihrer zwei, oder vielleicht doch drei?) macht dann die Auflösung dieses Buches aus, von dem ich dadurch ziemlich enttäuscht war. Immerhin, ein hübsches Titelbild haben sie ausgesucht, aber die Geschichte ist maximal drei Sternchen wert.
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T.C.Boyle - Das wilde Kind
Ich staune immer mal wieder drüber, wenn in Rezensionen von T.C.Boyle die Rede ist und man ihn mit dem schönen Begriff des „Humoristen“ bedenkt. T.C.Boyle ist ein ausgemachter Zyniker, aber sicher nicht „Humorist“, auch wenn er seinen Zynismus mit einer Portion Humor anreichert. Umso überraschter war ich, als ich „Das wilde Kind“ in die Hände bekam, denn das ist ein so untypischer Boyle, der aber gleichzeitig in sein Gesamtwerk passt. In der ziemlich schmalen Erzählung geht es vor allem um die faustisch anmutende Frage, was es ist, das uns zum Menschen macht.
„Das wilde Kind“, das ist Victor. Er wurde (und das ist tatsächlich der reale Kern an der Geschichte) 1797 im Süden Frankreichs gefunden, nackt auf einem Baum. Victor war im Wald aufgewachsen, ohne Kontakt zur Außenwelt oder zu Menschen, er konnte nicht sprechen, erkannte sein Spiegelbild nicht und war damit ein gefundenes Fressen für die Wissenschaft, die hier den „reinen Wilden“ frei nach Rousseau erkannte. Victor wurde in die Obhut einer Taubstummeneinrichtung gebracht und seine Erziehung dem Arzt Jean Itard anvertraut, der ihn nicht nur Grundkenntnisse im Alltagsleben vermitteln sollte, sondern vor allem das Gefühlsleben des Jungen erforschen sollte.
Was aus Victor wurde? Darüber weiß man nicht allzu viel, denn nach Abschluss von Itards Forschungen verschwand er mehr oder weniger im Dunkeln der Geschichte. Auch Boyle hält sich mit der Ausschmückung dieser Details nicht auf, sondern konzentriert sich in seiner Erzählung einzig auf die fünf Jahre Forschung Itards, die in ihrem Forschungsdrng fast schon erschreckend und gleichzeitig so faszinierend sind: was macht uns zum Menschen? Verstehen wir tatsächlich etwas oder sind wir nur vom actio-reactio-Prinzip geprägt? Wieviel darf Wissenschaft, um zur Erkenntnis zu gelangen? Wieviel ist das „Menschliche“ in uns wert, wenn wir der Wissenschaft dienen sollen? Und was bedeutet „Mensch sein“ tatsächlich?
Victor ist umgeben von antändigen Menschen, die der Meinung sind, das Beste zu tun. Für ihn und für die Menschheit. Dass das aber nicht automatisch dieselbe Richtung bedeutet, fällt dabei unter den Tisch, und als Leser sitzt man zum Teil fasziniert-erschreckt da und fragt sich, ob denn niemand merkt, dass Victor auch ohne geometrische Formen bislang sehr gut überlebt hat. Im Gegensatz zu Kaspar Hausser (der zwar isoliert aufgewachsen ist aber dessen Isolation nicht so vollständig gewesen sein kann wie die von Victor) war bei Victor nicht zu erwarten, dass man hier jemanden findet, der sich nach einem halben Jahr in fließender Sprache über sein bisheriges Leben äußern kann, aber trotzdem wird es versucht – einfach nur, weil man es kann und niemand „nein“ sagt.
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„Das wilde Kind“, das ist Victor. Er wurde (und das ist tatsächlich der reale Kern an der Geschichte) 1797 im Süden Frankreichs gefunden, nackt auf einem Baum. Victor war im Wald aufgewachsen, ohne Kontakt zur Außenwelt oder zu Menschen, er konnte nicht sprechen, erkannte sein Spiegelbild nicht und war damit ein gefundenes Fressen für die Wissenschaft, die hier den „reinen Wilden“ frei nach Rousseau erkannte. Victor wurde in die Obhut einer Taubstummeneinrichtung gebracht und seine Erziehung dem Arzt Jean Itard anvertraut, der ihn nicht nur Grundkenntnisse im Alltagsleben vermitteln sollte, sondern vor allem das Gefühlsleben des Jungen erforschen sollte.
Was aus Victor wurde? Darüber weiß man nicht allzu viel, denn nach Abschluss von Itards Forschungen verschwand er mehr oder weniger im Dunkeln der Geschichte. Auch Boyle hält sich mit der Ausschmückung dieser Details nicht auf, sondern konzentriert sich in seiner Erzählung einzig auf die fünf Jahre Forschung Itards, die in ihrem Forschungsdrng fast schon erschreckend und gleichzeitig so faszinierend sind: was macht uns zum Menschen? Verstehen wir tatsächlich etwas oder sind wir nur vom actio-reactio-Prinzip geprägt? Wieviel darf Wissenschaft, um zur Erkenntnis zu gelangen? Wieviel ist das „Menschliche“ in uns wert, wenn wir der Wissenschaft dienen sollen? Und was bedeutet „Mensch sein“ tatsächlich?
Victor ist umgeben von antändigen Menschen, die der Meinung sind, das Beste zu tun. Für ihn und für die Menschheit. Dass das aber nicht automatisch dieselbe Richtung bedeutet, fällt dabei unter den Tisch, und als Leser sitzt man zum Teil fasziniert-erschreckt da und fragt sich, ob denn niemand merkt, dass Victor auch ohne geometrische Formen bislang sehr gut überlebt hat. Im Gegensatz zu Kaspar Hausser (der zwar isoliert aufgewachsen ist aber dessen Isolation nicht so vollständig gewesen sein kann wie die von Victor) war bei Victor nicht zu erwarten, dass man hier jemanden findet, der sich nach einem halben Jahr in fließender Sprache über sein bisheriges Leben äußern kann, aber trotzdem wird es versucht – einfach nur, weil man es kann und niemand „nein“ sagt.
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Montag, 10. Oktober 2011
Walter Moers - Das Labyrinth der träumenden Bücher
Ich bin gerade echt, echt stinkig. Nein, ich bin mehr als nur stinkig, ich bin wirklich angepisst. Seitdem Anfang des Jahres klar wurde, dass es eine Fortsetzung von "Die Stadt der träumenden Bücher" geben wird, habe ich dem Veröffentlichungsdatum entgegengefiebert. Am Samstag war es so weit, ich habe es in die Buchhandlung geschafft, 24,95€ auf den Ladentisch gelegt und meinen Schatz nach Hause getragen, wo ich ihn die letzten drei Tage über gelesen habe.
Drei Tage lang? Einen Walter Moers? Ich?
Ja.
Erstens, ich bin in letzter Zeit ziemlich möde. das Referendariat ist anstrengender als auch ich dachte. Aber, vor allem, zweitens: das Buch hat mich irgendwann angeödet. Und zwar einzig und allein deshalb, weil eigentlich nichts passiert. Absolut und total GAR NICHTS! Das bisschen Handlung, das sich durch die 420 Seiten zieht, lässt sich zusammenfassen mit "Hildegunst von Mythemetz erhält einen seltsamen Brief und kehrt zurück nach Buchhaim". Der Rest ist entweder ein platter Wiederaufguss von "Die Stadt der träumenden Bücher" (Entschuldigung, aber der Inhalt des Vorgängers wird sieben Kapitel lang erneut erzählt - zwar spannednd argestellt, aber mal unter uns Kellerkindern, das ist doch pure Zeilenschinderei!) oder es sind nette Ideen, in denen er sich aber echt verliert (ja, ja, man könnte jetzt argumentieren, mythenmetzsche Abschweifung und so) und die dann irgendwann, so schrecklich es klingt, langweilig werden. Da ist nicht mehr das frische, das neue - Buchhaim hat sich zwar verändert, aber letztendlich beschreibt er nochmal genau dasselbe in Grün. Nur mit Theater und Marionetten statt mit Büchern. Und ohne Buchlinge. Ich meine: gänzlich ohne Buchlinge. Nichtmal eine Fußspitze ist von ihnen zu sehen!
Wäre ich positiv beeinderuckt, würde ich schreiben: Moers schafft es, die literarische Entwicklung von Mythenmetz nachzuvollziehen vom Stürmer und Dränger hin zum altehrwürdigen, klassischen Schriftsteller, dessen Werke vor allem schildern statt Abenteuer zu versprechen. Das ist wirklich nett gemacht. Aber ich bin einfach echt sauer, vor allem wegen des Endes. Da glaubt man endlich, genau jetzt käme mal Fahrt in den Roman und dann - CLIFFHANGER! Fortsetzung folgt! Es ist, als hätte Moers selbst nicht so genau gewusst, was er eignetlichs chreiben will, dann mal angefangen, zwischendrin die Lust verloren, aber weil es gad da war, wird die Scheiße (entschuldigt, dass ich das so offen sag) zwischen zwei Buchdeckel gepresst und fertig.
Die Fortsetzung folgt - ohne mich.
Drei Tage lang? Einen Walter Moers? Ich?
Ja.
Erstens, ich bin in letzter Zeit ziemlich möde. das Referendariat ist anstrengender als auch ich dachte. Aber, vor allem, zweitens: das Buch hat mich irgendwann angeödet. Und zwar einzig und allein deshalb, weil eigentlich nichts passiert. Absolut und total GAR NICHTS! Das bisschen Handlung, das sich durch die 420 Seiten zieht, lässt sich zusammenfassen mit "Hildegunst von Mythemetz erhält einen seltsamen Brief und kehrt zurück nach Buchhaim". Der Rest ist entweder ein platter Wiederaufguss von "Die Stadt der träumenden Bücher" (Entschuldigung, aber der Inhalt des Vorgängers wird sieben Kapitel lang erneut erzählt - zwar spannednd argestellt, aber mal unter uns Kellerkindern, das ist doch pure Zeilenschinderei!) oder es sind nette Ideen, in denen er sich aber echt verliert (ja, ja, man könnte jetzt argumentieren, mythenmetzsche Abschweifung und so) und die dann irgendwann, so schrecklich es klingt, langweilig werden. Da ist nicht mehr das frische, das neue - Buchhaim hat sich zwar verändert, aber letztendlich beschreibt er nochmal genau dasselbe in Grün. Nur mit Theater und Marionetten statt mit Büchern. Und ohne Buchlinge. Ich meine: gänzlich ohne Buchlinge. Nichtmal eine Fußspitze ist von ihnen zu sehen!
Wäre ich positiv beeinderuckt, würde ich schreiben: Moers schafft es, die literarische Entwicklung von Mythenmetz nachzuvollziehen vom Stürmer und Dränger hin zum altehrwürdigen, klassischen Schriftsteller, dessen Werke vor allem schildern statt Abenteuer zu versprechen. Das ist wirklich nett gemacht. Aber ich bin einfach echt sauer, vor allem wegen des Endes. Da glaubt man endlich, genau jetzt käme mal Fahrt in den Roman und dann - CLIFFHANGER! Fortsetzung folgt! Es ist, als hätte Moers selbst nicht so genau gewusst, was er eignetlichs chreiben will, dann mal angefangen, zwischendrin die Lust verloren, aber weil es gad da war, wird die Scheiße (entschuldigt, dass ich das so offen sag) zwischen zwei Buchdeckel gepresst und fertig.
Die Fortsetzung folgt - ohne mich.
Montag, 3. Oktober 2011
Margret Nissen - Sind Sie die Tochter Speer?
Margret Nissen, geboren 1938, hat lange Jahre versucht, jede öffentliche Äußerung zu vermeiden, die sie in Verbindung zu ihrem Mädchennamen bringen könnte. Das änderte sich erst, als Heinrich Breloer den Film "Speer und Er" drehte und sie sich dadurch zum ersten Mal mit ihrer Familiengeschichte auseinandersetze. Denn Margret Nissen ist nicht nur Margret Nissen, sondern vor allem auch die "Tochter Speer", viertes von sechs Kindern des Architekten und späteren Reichswirtschaftsministers Albert Speer.
In ihrer Autobiographie beschreibt sie das Aufwachsen in einer relativ friedvollen NS-Normalität, bei der man zu Hitler zum Essen geht, ansonsten aber - vermutlich dank der Mutter - relativ unpolitisch bleibt und das Rampenlicht allein dem dauerabwesenden Vater überlässt. Bezeichnenderweise ist das Buch keine Abrechnung mit dem Vater, wie es z.B. Niklas Frank macht, sondern es ist eine Beschreibung eines Lebens, in dem der Vater abwesend, gleichzeitig irgendwie präsent ist. Und genau damit hatte ich immer wieder meine Probleme beim Lesen. Margret Nissen scheint unglaublich unter ihrer Herkunft gelitten zu haben, wenn sie eine Beschäftigung damit so lange weggestoßen ha, auf der anderen Seite sind mir in dem Buch einfach keine wirklichen Gründe offenbart worden, worin dieses Leiden bestand. Ihre Kindheit nach 1945 führen sie und ihre Geschwister weiter fort wie bisher, zunächst mit weniger Geld, aber wirklich ausgegrenzt oder sonstwas werden sie wegen ihres Namens nicht - im gegenteil, die Großeltern Speer sind sehr honorige Personen, die in ihrer Stadt angesehen werden und das gilt auch für Schwiegertochter und Kinder. Drüber geredet, wer da noch zur Familie gehört, wird in den Fünfziger Jahren weder in der Familie noch in der Stadt, das Leben geht einfach weiter wie gehabt. Nur dass der Vater, der ja schon früher mehr oder weniger nur im Urlaub auftauchte und zum Held der Kinder avancierte, im Gefängnis sitzt und die Kommunikation größtenteils schriftlich abgewickelt werden muss, ist vielleicht anders - aber selbst diese Breif sind so normal, so alltäglich, so ... man kann es nicht anders sagen ... belanglos, das man sich beim Lesen immer wieder fragt, warum Margret Nissen plötzlich dieses Buch geschrieben hat. Irgendwann wird angedeutet, dass ihre frühe Hochzeit auch damit zu tun hat, dass sie ihren Mädchennamen loswerden will - aber so richtig verstehen kann man es alles nicht.
Ihr seht schon, ich hatte mir etwas mehr erwartet. Etwas mehr Auseinandersetzung, etwas mehr Autobiographie statt blabla. Deshalb von mir keine unbedingte Empfehlung ;-)
In ihrer Autobiographie beschreibt sie das Aufwachsen in einer relativ friedvollen NS-Normalität, bei der man zu Hitler zum Essen geht, ansonsten aber - vermutlich dank der Mutter - relativ unpolitisch bleibt und das Rampenlicht allein dem dauerabwesenden Vater überlässt. Bezeichnenderweise ist das Buch keine Abrechnung mit dem Vater, wie es z.B. Niklas Frank macht, sondern es ist eine Beschreibung eines Lebens, in dem der Vater abwesend, gleichzeitig irgendwie präsent ist. Und genau damit hatte ich immer wieder meine Probleme beim Lesen. Margret Nissen scheint unglaublich unter ihrer Herkunft gelitten zu haben, wenn sie eine Beschäftigung damit so lange weggestoßen ha, auf der anderen Seite sind mir in dem Buch einfach keine wirklichen Gründe offenbart worden, worin dieses Leiden bestand. Ihre Kindheit nach 1945 führen sie und ihre Geschwister weiter fort wie bisher, zunächst mit weniger Geld, aber wirklich ausgegrenzt oder sonstwas werden sie wegen ihres Namens nicht - im gegenteil, die Großeltern Speer sind sehr honorige Personen, die in ihrer Stadt angesehen werden und das gilt auch für Schwiegertochter und Kinder. Drüber geredet, wer da noch zur Familie gehört, wird in den Fünfziger Jahren weder in der Familie noch in der Stadt, das Leben geht einfach weiter wie gehabt. Nur dass der Vater, der ja schon früher mehr oder weniger nur im Urlaub auftauchte und zum Held der Kinder avancierte, im Gefängnis sitzt und die Kommunikation größtenteils schriftlich abgewickelt werden muss, ist vielleicht anders - aber selbst diese Breif sind so normal, so alltäglich, so ... man kann es nicht anders sagen ... belanglos, das man sich beim Lesen immer wieder fragt, warum Margret Nissen plötzlich dieses Buch geschrieben hat. Irgendwann wird angedeutet, dass ihre frühe Hochzeit auch damit zu tun hat, dass sie ihren Mädchennamen loswerden will - aber so richtig verstehen kann man es alles nicht.
Ihr seht schon, ich hatte mir etwas mehr erwartet. Etwas mehr Auseinandersetzung, etwas mehr Autobiographie statt blabla. Deshalb von mir keine unbedingte Empfehlung ;-)
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Nationalsozialismus
Freitag, 30. September 2011
John Grisham - Der Anwalt
Kyle McAvoy steht kurz vor seiner Zulassungsprüfung als Anwalt. Er ist ein brillanter Jurist und die Angebote aus exklusiven Großkanzleien trudeln in Massen ein. Eigentlich könnte er sich beruhigt zurücklehnen, denn er hat seine Entscheidung für seine Karriere bereits gefällt: eine ruhige Kanzlei, nichts großes, bei dem er illegalen Einwanderern helfen kann.
Was niemand ahnt: Kyle und drei Freunde aus seiner Studentenverbindung hatten vor einigen Jahren erheblichen Ärger. Eine College-Kommilitonin bezichtigte sie der Vergewaltigung, da allerdings keinerlei Beweise existierten, wurden die Ermittlungne bald eingestellt. Aber jetzt holt Kyle seine vergangenheit ein, denn eine ominöse Gruppe von Erpressern präsentiert ihm nicht nur ein Beweisvideo, sondern vor allem auch die Wahlmöglichkeit, entweder angezeigt zu werden oder in ihrem Auftrag die Stelle bei einer Großkanzlei anzutreten um brisantes Aktenmaterial zu erhalten...
Da mein Göttergatte Anwalt ist, habe ich um Grisham bislang einen Bogen gemacht - zu viel Anwaltsgerede vertrage ich einfach nicht. Jetzt hat es mich aber doch erwischt, denn das Buch klang viel zu spannend, um es weiter im Schrank einstauben zu lassen. Und ich musss agen: doch, es hat sich gelohnt. ich bin eigentlich nicht der Fan von Spionage-Thrillern oder Geschichten, in denen sich alles nur im Computer abspielt oder eigentlich effektiv gar nichts an Action eingebettet ist, hier hat es aber einfach gepasst. Kyle entscheidet sich, soviel darf man verraten, für die zweite Möglichkeit, er wird Angestellter einer Kanzlei, und das führt zu einer sehr spanneden und wirklich einschüchternden Darstellung des Lebens amerikanischer Junganwälte. Hundert-Stunden-Wochen, die als "wenig gearbeitet" gelten, eine dauerhafte Erreichbarkeit über das Firmenhandy, das Verbot persönlicher Beziehungen - der Alltag in Großkanzleien, die normalerweise innerhalb von zwei Jahren die Neueinstellungen eines Jahrgangs um bis zu vierzig Prozent reduzieren: echte "Anwaltsfresser". Dazu die Ungewissheit, was eigentlich genau Sache ist, das omnipräsente Gefühl des Überwachtwerden durch Kanzlei und die Erpresser - und Kyle, der sich durch Spionagethriller eine kleine Fortbildung verschafft (ein nettes Detail am Rande :-D )
Es ist hübsche Lektüre für zwischendurch, die aber ein wenig ins Leere läuft - etwas, was ich bei Grisham immer ein wenig vermutet habe anhand der Filme, dem Buch geht irgendwann einfach die Puste aus, es wird schnell das Ende abgewicketl, aber statt eines "Oh mein Gott, wie tragisch/furchtbar/unbefriedigend, dass der entkommt"-Endes verpufft die Idee irgendwann auf den letzten zwanzig Seiten. Schade, wirklich schade, denn die Story hat es in sich.
Was niemand ahnt: Kyle und drei Freunde aus seiner Studentenverbindung hatten vor einigen Jahren erheblichen Ärger. Eine College-Kommilitonin bezichtigte sie der Vergewaltigung, da allerdings keinerlei Beweise existierten, wurden die Ermittlungne bald eingestellt. Aber jetzt holt Kyle seine vergangenheit ein, denn eine ominöse Gruppe von Erpressern präsentiert ihm nicht nur ein Beweisvideo, sondern vor allem auch die Wahlmöglichkeit, entweder angezeigt zu werden oder in ihrem Auftrag die Stelle bei einer Großkanzlei anzutreten um brisantes Aktenmaterial zu erhalten...
Da mein Göttergatte Anwalt ist, habe ich um Grisham bislang einen Bogen gemacht - zu viel Anwaltsgerede vertrage ich einfach nicht. Jetzt hat es mich aber doch erwischt, denn das Buch klang viel zu spannend, um es weiter im Schrank einstauben zu lassen. Und ich musss agen: doch, es hat sich gelohnt. ich bin eigentlich nicht der Fan von Spionage-Thrillern oder Geschichten, in denen sich alles nur im Computer abspielt oder eigentlich effektiv gar nichts an Action eingebettet ist, hier hat es aber einfach gepasst. Kyle entscheidet sich, soviel darf man verraten, für die zweite Möglichkeit, er wird Angestellter einer Kanzlei, und das führt zu einer sehr spanneden und wirklich einschüchternden Darstellung des Lebens amerikanischer Junganwälte. Hundert-Stunden-Wochen, die als "wenig gearbeitet" gelten, eine dauerhafte Erreichbarkeit über das Firmenhandy, das Verbot persönlicher Beziehungen - der Alltag in Großkanzleien, die normalerweise innerhalb von zwei Jahren die Neueinstellungen eines Jahrgangs um bis zu vierzig Prozent reduzieren: echte "Anwaltsfresser". Dazu die Ungewissheit, was eigentlich genau Sache ist, das omnipräsente Gefühl des Überwachtwerden durch Kanzlei und die Erpresser - und Kyle, der sich durch Spionagethriller eine kleine Fortbildung verschafft (ein nettes Detail am Rande :-D )
Es ist hübsche Lektüre für zwischendurch, die aber ein wenig ins Leere läuft - etwas, was ich bei Grisham immer ein wenig vermutet habe anhand der Filme, dem Buch geht irgendwann einfach die Puste aus, es wird schnell das Ende abgewicketl, aber statt eines "Oh mein Gott, wie tragisch/furchtbar/unbefriedigend, dass der entkommt"-Endes verpufft die Idee irgendwann auf den letzten zwanzig Seiten. Schade, wirklich schade, denn die Story hat es in sich.
Montag, 26. September 2011
Jürg Amann - Der Kommandant
Schon wieder Nationalsozialismus ... Ich kann einfach nicht widerstehen, nicht nur wegen meines Hescjichtsstudiums und meines Nebenjobs, sondern einfach nur aus purem interesse: sobald ich ein Buch sehe, das sich mit dem Themenkomplex beschäftigt, landet es unweigerlich auf meinem Stapel zu lesender Bücher. So auch "Der Kommandant", das mir zufällig in der Stadtbibliothek in die Hand sprang.
"Der Kommandant" ist ein sehr, sehr schmaler Band - manche Reclam-Ausgabe hat mehr Seiten. Ähnlich wie "Die Wohlgesinnten" von Jonathan Littell lässt Amann hier nur die Tätersicht sprechen. Anders als Littell waht er sich dabei aber noch einen Schritt weiter, indem er einfach nur Originalzitate aneinanderreiht. Nicht irgendwelche, sondern Amann verdichtet die Lebenserinnerungen des Auschwitz-Kommandanten Rudolf Höss (geschrieben zwischen seiner Verhaftung und Hinrichtung) zu einem Monolog, den man immer gern aus der Hand legen möchte, es dann doch nicht tut, weil man fassungslos von einer der 16 Stationen zur nächsten blättert. Da wird in den Erinnerungen an die Hinrichtungen in Sachsenhausen gradezu geschwelgt, um in einem Nebensatz zu erklären, dass das nur ein kleiner Teil des "bunten Lebens im Konzentrationslagers" war. Während ich Littells Roman lediglich verstörend empfand, war das tatsächliche in Buch, bei dem ich mich immer wieder an meine erste Begegnung mit Claude Lanzmanns Film "Shoa" erinnert, bei dem ich immer wieder ausschalten musste, weil ich es nicht ausgehalten habe, in diese Denkweise einzutauchen. "Der Kommandant" führt einen hinein in ein so völlig absurdes, wahnsinniges Denken, dass man versucht ist zu schreien - und am Ende vielleicht um so mehr daran zweifelt, dass man selbst sich niemals in dieses Denken eigefügt hätte.
"Der Kommandant" ist ein sehr, sehr schmaler Band - manche Reclam-Ausgabe hat mehr Seiten. Ähnlich wie "Die Wohlgesinnten" von Jonathan Littell lässt Amann hier nur die Tätersicht sprechen. Anders als Littell waht er sich dabei aber noch einen Schritt weiter, indem er einfach nur Originalzitate aneinanderreiht. Nicht irgendwelche, sondern Amann verdichtet die Lebenserinnerungen des Auschwitz-Kommandanten Rudolf Höss (geschrieben zwischen seiner Verhaftung und Hinrichtung) zu einem Monolog, den man immer gern aus der Hand legen möchte, es dann doch nicht tut, weil man fassungslos von einer der 16 Stationen zur nächsten blättert. Da wird in den Erinnerungen an die Hinrichtungen in Sachsenhausen gradezu geschwelgt, um in einem Nebensatz zu erklären, dass das nur ein kleiner Teil des "bunten Lebens im Konzentrationslagers" war. Während ich Littells Roman lediglich verstörend empfand, war das tatsächliche in Buch, bei dem ich mich immer wieder an meine erste Begegnung mit Claude Lanzmanns Film "Shoa" erinnert, bei dem ich immer wieder ausschalten musste, weil ich es nicht ausgehalten habe, in diese Denkweise einzutauchen. "Der Kommandant" führt einen hinein in ein so völlig absurdes, wahnsinniges Denken, dass man versucht ist zu schreien - und am Ende vielleicht um so mehr daran zweifelt, dass man selbst sich niemals in dieses Denken eigefügt hätte.
Freitag, 9. September 2011
Freitagsfüller
1. Kürbisse finde ich lecker, aber ich habe panische Ekel-Angst vor diesen Zierkürbissen mit Warzen -Halloween sit nicht mein Lieblingsfest.
2. Die zwei aufregednsten, nervigsten, stressigsten und wundervollsten Jahre meines Lebens liegen, denke ich zumindest, jetzt vor mir.
3. Als ich 10 Jahre alt war, wollte ich Bibliothekarin werden - na gut, die Bücher dazu hab ich zumindest.
4. Viel zu viel Krempel liegt neben mir auf dem Tisch.
5. Wenn ich leben könnte wo ich wollte, dann wäre das vermutlich hier, mich zieht nichts in andere Länder oder Orte ich fühle mich hier zu Hause. Aber ein Ferienhaus in Schweden, das würde ich nehmen ;-)
6. Lieber September, bitte werde nicht zu kalt und nicht zu warm, stimm micht auf den Herbst ein, aber lass mich den Sommer noch genießen.
7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf meinen Computer, morgen habe ich viel, viel Arbeit geplant und Sonntag möchte ich ein letztes Mal lange ausschlafen!
2. Die zwei aufregednsten, nervigsten, stressigsten und wundervollsten Jahre meines Lebens liegen, denke ich zumindest, jetzt vor mir.
3. Als ich 10 Jahre alt war, wollte ich Bibliothekarin werden - na gut, die Bücher dazu hab ich zumindest.
4. Viel zu viel Krempel liegt neben mir auf dem Tisch.
5. Wenn ich leben könnte wo ich wollte, dann wäre das vermutlich hier, mich zieht nichts in andere Länder oder Orte ich fühle mich hier zu Hause. Aber ein Ferienhaus in Schweden, das würde ich nehmen ;-)
6. Lieber September, bitte werde nicht zu kalt und nicht zu warm, stimm micht auf den Herbst ein, aber lass mich den Sommer noch genießen.
7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf meinen Computer, morgen habe ich viel, viel Arbeit geplant und Sonntag möchte ich ein letztes Mal lange ausschlafen!
Ich will einfach gewinnen...
Ja, jetzt muss ich auch einfach mal unverschämt Werbung machen. Als ich heute auf zalando.de unterwegs war, bin ich auf ein Gewinnspiel gestoßen, das mich einfach nur gefreut hat: eine fashion-flatrate. Ein Jahr lang, jeden Monat einen Gutschein über 300,-€ vershoppen dürfen - was für ein Traum! Dafür muss ich mich in die Niederungen der Blogwerbung begeben, also verzeiht diesen Eintrag hier, der vor Marketing nur so sprühen wird - aber ich kann nicht anders.
Mein Lieblings-Outfit von zalando ist eine echte Herausforderung geworden, ehrlich gesagt, habe ich mich zwischen acht verschiedenen entscheiden müssen, am Ende dan gelost und hier ist es nun:

Genau danach ist mir heute zumute: etwas, was einerseits ein isschen kuschelig-herbstlich ist, und das andererseits noch eine kleine erinnerung an den Sommer aufkommen lässt. Deshalb bewege ich mich in grau und taupe, knalle ein wenig blau dazu und freue mich wie blöde über das bisschen Sonnenschein, das für morgen versprochen wurde ;-)
Mein Lieblings-Outfit von zalando ist eine echte Herausforderung geworden, ehrlich gesagt, habe ich mich zwischen acht verschiedenen entscheiden müssen, am Ende dan gelost und hier ist es nun:

Genau danach ist mir heute zumute: etwas, was einerseits ein isschen kuschelig-herbstlich ist, und das andererseits noch eine kleine erinnerung an den Sommer aufkommen lässt. Deshalb bewege ich mich in grau und taupe, knalle ein wenig blau dazu und freue mich wie blöde über das bisschen Sonnenschein, das für morgen versprochen wurde ;-)
Donnerstag, 8. September 2011
Camilla Läckberg - Die Töchter der Kälte
Camilla Läckberg wird laut Klappentexten als die neue schwedische Krimi-Sensation gefeiert, wobei inzwischen in Deutschland bereits fünf Bücher erhältlich sind, in Schweden sind es sieben. Ich habe vor einiger Zeit mal den ersten Band in die Finger bekommen und seitdem lese ich sie sporadisch, wobei ich bei dieser Serie nicht so brennend dafür interessiere, sie sofort und in der richtigen Reihenfolge zu lesen. Denn eigentlich, das muss ich gestehen, ist Camilla Läckberg für mich sowas wie die Danielle Steel der Krimiliteratur, zu platt, zu vordergründig, zu sehr um das "Außergewöhnliche" bemüht.
Dieser Meinung war ich jedenfalls, bis ich dann "Die Töchter der Kälte" innerhalb von acht Stunden verschlungen habe, denn siehe da: die kann ja wirklich was! Zumindest fesselnd erzählen und das ganze Buch aufeinander abstimmen, und diesmal finde ich sogar den deutschen Titel treffender als den Originaltitel.
"Töchter der Kälte", das sind irgendwie alle Frauenfiguren, die diesmal im Roman auftauchen, deren Lebenswege im Moment kalt und irgendwie aussichtslos erscheinen. Da ist Erika Falck, die Teil-Hauptfigur der Serie, die gerade ihr erstes Kind auf die Welt gebracht hat und mit dem neuen Leben an der Seite eine Säuglings überfordert ist, kurz vor einern Schwangerschaftsdepression steht und deren Gefühle zu ihrer Tochter noch nicht ganz so warm sind, wie das die ganzen Baby-Ratgeber immer schildern. Oder ihre Schwester Anna, die in einer längst schon gescheiterten Ehe mit einem gewalttätigen Mann feststeckt. Und natürlich nicht zu vergessen die Familie, die im Zentrum des Romans steht - die siebenjährige Sara, Tochter der Familie Klinga, wird tot aus dem Meer gefischt. Schon bald ist klar: das Mädchen wurde ertränkt und zwar in einer Badewanne. Als dann auch noch in ihrem Magen Aschereste gefunden werden, steht fest, dass man es hier mit einer sehr viel tiefer liegenden Geschicht ezu tun haben muss. Was ist los in dieser Familie, in der die Großmutter aufopferungsvoll ihren zweiten Ehemann pflegt, die Ehe von Mutter und Vater nur noch wie eine Farce erscheint und der Tod eines Mädchen nur wie die Spitze des Eisbergs wirkt?
Parallel eingebettet erzählt Läckberg eine Geschichte aus den zwanziger Jahren, die sich ganz allmählich an die aktuellen Ereignisse annähert. Die achtzehnjährige Erbin eines Fabrikbesitzers, verwöhnt und arrgonat bis in die ondulierten Haarspitzen, lässt sich von einem Steinmetz schwängern. Dass ihr Vater sie daraufhin zur Heirat unter ihrem Stand zwingt und entwerbt, hat sie nicht ahnen können - und dass die Ehe eignetlich von Anfang an nicht unter einem guten Stern steht, ist auch dem leser schnell klar. Die Dynamik, die diese Geschichte nimmt, um auf ein sehr unauasweichliches Ziel zuzusteuern, und die diese Frau zur Haupt-Tochter der Kälte macht, ist es, die mich wirklich gefesselt und immer und immer mehr zum Umblättern gezwungen hat. Ehrlich, dieses Buch hat Leser verdient, die anderen Teile müssen nicht sein ;-)
Dieser Meinung war ich jedenfalls, bis ich dann "Die Töchter der Kälte" innerhalb von acht Stunden verschlungen habe, denn siehe da: die kann ja wirklich was! Zumindest fesselnd erzählen und das ganze Buch aufeinander abstimmen, und diesmal finde ich sogar den deutschen Titel treffender als den Originaltitel.
"Töchter der Kälte", das sind irgendwie alle Frauenfiguren, die diesmal im Roman auftauchen, deren Lebenswege im Moment kalt und irgendwie aussichtslos erscheinen. Da ist Erika Falck, die Teil-Hauptfigur der Serie, die gerade ihr erstes Kind auf die Welt gebracht hat und mit dem neuen Leben an der Seite eine Säuglings überfordert ist, kurz vor einern Schwangerschaftsdepression steht und deren Gefühle zu ihrer Tochter noch nicht ganz so warm sind, wie das die ganzen Baby-Ratgeber immer schildern. Oder ihre Schwester Anna, die in einer längst schon gescheiterten Ehe mit einem gewalttätigen Mann feststeckt. Und natürlich nicht zu vergessen die Familie, die im Zentrum des Romans steht - die siebenjährige Sara, Tochter der Familie Klinga, wird tot aus dem Meer gefischt. Schon bald ist klar: das Mädchen wurde ertränkt und zwar in einer Badewanne. Als dann auch noch in ihrem Magen Aschereste gefunden werden, steht fest, dass man es hier mit einer sehr viel tiefer liegenden Geschicht ezu tun haben muss. Was ist los in dieser Familie, in der die Großmutter aufopferungsvoll ihren zweiten Ehemann pflegt, die Ehe von Mutter und Vater nur noch wie eine Farce erscheint und der Tod eines Mädchen nur wie die Spitze des Eisbergs wirkt?
Parallel eingebettet erzählt Läckberg eine Geschichte aus den zwanziger Jahren, die sich ganz allmählich an die aktuellen Ereignisse annähert. Die achtzehnjährige Erbin eines Fabrikbesitzers, verwöhnt und arrgonat bis in die ondulierten Haarspitzen, lässt sich von einem Steinmetz schwängern. Dass ihr Vater sie daraufhin zur Heirat unter ihrem Stand zwingt und entwerbt, hat sie nicht ahnen können - und dass die Ehe eignetlich von Anfang an nicht unter einem guten Stern steht, ist auch dem leser schnell klar. Die Dynamik, die diese Geschichte nimmt, um auf ein sehr unauasweichliches Ziel zuzusteuern, und die diese Frau zur Haupt-Tochter der Kälte macht, ist es, die mich wirklich gefesselt und immer und immer mehr zum Umblättern gezwungen hat. Ehrlich, dieses Buch hat Leser verdient, die anderen Teile müssen nicht sein ;-)
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