Donnerstag, 8. September 2011

Camilla Läckberg - Die Töchter der Kälte

Camilla Läckberg wird laut Klappentexten als die neue schwedische Krimi-Sensation gefeiert, wobei inzwischen in Deutschland bereits fünf Bücher erhältlich sind, in Schweden sind es sieben. Ich habe vor einiger Zeit mal den ersten Band in die Finger bekommen und seitdem lese ich sie sporadisch, wobei ich bei dieser Serie nicht so brennend dafür interessiere, sie sofort und in der richtigen Reihenfolge zu lesen. Denn eigentlich, das muss ich gestehen, ist Camilla Läckberg für mich sowas wie die Danielle Steel der Krimiliteratur, zu platt, zu vordergründig, zu sehr um das "Außergewöhnliche" bemüht.

Dieser Meinung war ich jedenfalls, bis ich dann "Die Töchter der Kälte" innerhalb von acht Stunden verschlungen habe, denn siehe da: die kann ja wirklich was! Zumindest fesselnd erzählen und das ganze Buch aufeinander abstimmen, und diesmal finde ich sogar den deutschen Titel treffender als den Originaltitel.

"Töchter der Kälte", das sind irgendwie alle Frauenfiguren, die diesmal im Roman auftauchen, deren Lebenswege im Moment kalt und irgendwie aussichtslos erscheinen. Da ist Erika Falck, die Teil-Hauptfigur der Serie, die gerade ihr erstes Kind auf die Welt gebracht hat und mit dem neuen Leben an der Seite eine Säuglings überfordert ist, kurz vor einern Schwangerschaftsdepression steht und deren Gefühle zu ihrer Tochter noch nicht ganz so warm sind, wie das die ganzen Baby-Ratgeber immer schildern. Oder ihre Schwester Anna, die in einer längst schon gescheiterten Ehe mit einem gewalttätigen Mann feststeckt. Und natürlich nicht zu vergessen die Familie, die im Zentrum des Romans steht - die siebenjährige Sara, Tochter der Familie Klinga, wird tot aus dem Meer gefischt. Schon bald ist klar: das Mädchen wurde ertränkt und zwar in einer Badewanne. Als dann auch noch in ihrem Magen Aschereste gefunden werden, steht fest, dass man es hier mit einer sehr viel tiefer liegenden Geschicht ezu tun haben muss. Was ist los in dieser Familie, in der die Großmutter aufopferungsvoll ihren zweiten Ehemann pflegt, die Ehe von Mutter und Vater nur noch wie eine Farce erscheint und der Tod eines Mädchen nur wie die Spitze des Eisbergs wirkt?

Parallel eingebettet erzählt Läckberg eine Geschichte aus den zwanziger Jahren, die sich ganz allmählich an die aktuellen Ereignisse annähert. Die achtzehnjährige Erbin eines Fabrikbesitzers, verwöhnt und arrgonat bis in die ondulierten Haarspitzen, lässt sich von einem Steinmetz schwängern. Dass ihr Vater sie daraufhin zur Heirat unter ihrem Stand zwingt und entwerbt, hat sie nicht ahnen können - und dass die Ehe eignetlich von Anfang an nicht unter einem guten Stern steht, ist auch dem leser schnell klar. Die Dynamik, die diese Geschichte nimmt, um auf ein sehr unauasweichliches Ziel zuzusteuern, und die diese Frau zur Haupt-Tochter der Kälte macht, ist es, die mich wirklich gefesselt und immer und immer mehr zum Umblättern gezwungen hat. Ehrlich, dieses Buch hat Leser verdient, die anderen Teile müssen nicht sein ;-)

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