Freitag, 30. März 2018

[Rezensionsexemplar] Lionel Davidson - Die Rose von Tibet

Januar 1949: Der britische Filmemacher Hugh Whittington soll auf einer Expedition in der Nähe des Mount Everest ums Leben gekommen sein. Doch sein Stiefbruder Charles gelangt an Informationen, die ihn an Hughs Tod zweifeln lassen. Er ist entschlossen, nach Tibet zu reisen und ihn zu finden, doch die Grenzen des Landes sind abgeriegelt. Auf gefährlichen Pfaden gelangt Charles schließlich ins verbotene Land, wo sein Bruder sich in einem Kloster aufhalten soll. Doch statt auf Hugh trifft er dort auf eine faszinierende Frau mit einem tödlichen Geheimnis …

Mount Everest. Mein Schicksalsberg. Kaum sehe ich diesen Namen, muss ich natürlich zuschlagen und habe mir deshalb dieses rezensionsexemplar beim bloggerportal gewünscht. Ich muss ehrlich gestehen: Um ein Haar hätte ich das Buch nach den ersten Seiten abgebrochen. Denn leider hat mich der zu stark an den totalen Reinfall mit den Nazi-Yetis von Dan Simmons erinnert. Dass die Sprache dann auch noch extrem antiquiert wirkte - was daran liegt, das das Buch erstmals 1962 erschienen ist - hat es mir nicht leichter gemacht, am Ball zu bleiben. Zum Glück hatten wir dann aber zwei Tage schneefrei an der Schule, sodass ich die Zeit einfach genutzt habe, um mich durch den Anfang zu kämpfen, den ersten Teil in rasantem Tempo zu verfolgen und dann in Teil zwei immer wieder Fragezeichen ins Auge zu bekommen, weil ich mich fragte, was Lionel Davidson genommen hat, um so abzudriften. Aber der Reihe nach.

Der erste Teil des Buchs, nachdem es mit einer erfundenen Rahmenhandlung als echt identifiziert wird, ist ein wirklich spannender Roman. Ein Abenteuerroman im klassischen Sinn, wie ihn auch ein Jules Verne hätte schreiben können, bei dem ich dieses fremde Land Tibet so deutlich vor Augen geführt bekomme, als wäre ich selbst dort. Die eingeführten Figuren sind interessant gezeichnete Charaktere und der tatsächliche historische Hintergrund über die Annektion Tibets wird interesant eingearbeitet, auch wenn ich nicht komplett von den historischen Details überzeugt bin. Leider schlägt das Buch dann aber im zweiten Teil einen eher wenig betretenen Pfad ein und wird merh und mehr zu einer esoterischen Reise. Diese ist zwar immer noch in einem Stil geschrieben, der mich am Ball bleiben lässt, ich finde das aber so abgedreht, dass sich in mir immer wieder alles geperrt hat und ich für diesen Teil dann deutlich länger gebraucht habe. Dadurch hat ein eigentlich spannendes Buch dann wirklich zwei Sterne verloren (eigentlich 1,5 aber ich kann ja nur runden), und ich empfehle den Roman eingeschränkt begeistert weiter. Immerhin keine Nazis, also eine Steigerung zu Dan Simmons.

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