Freitag, 30. Mai 2014

[Buchgedanken] Colette McBeth - Zorneskalt

Rachel Walsh ist Kriminalreporterin für einen Lokalsender. Deshalb wird sie auch nach Brighton geschickt, als die dortige Polizei eine Pressekonferenz abhält, mit der nach einer jungen Frau gefahndet werden soll, die vermisst wird. Als Rachel das Konferenzzimmer betritt, sieht sie zum ersten Mal ein Foto der Toten: es ist Clara, Rachels älteste Freundin, mit der sie vor drei Tagen in einer Bar verabredet war und die nicht aufgetaucht ist. Rachel will herausfinden, was passiert ist, und verstrickt sich dabei immer mehr in einem Geflecht aus Lügen und falschem Spiel ...

Ich bin so froh! Eigentlich hatte ich mir das Buch am Flughafen kaufen wollen, es dann aber doch stehen lassen und es schließlich bei medimops für einen Euro gekauft. Immerhin ist dadurch der Verlust nicht so groß, wenn es jetzt direkt wieder im Verkauf landet, denn ehrlich, aufheben muss ich dieses Buch nicht. Ich hatte mich verlassen auf den Werbespruch hinten ("Sie weiß alles von dir ... das macht sie gefährlich ... deine beste Freundin") und den "Thriller"-Aufdruck vorne. Bekommen habe ich einen eher lauwarmen Krimi, dessen Überrschungseffekte eher dahindümpeln und dessen Ende so bestechend unglaubwürdig ist, dass ich beim Lesen laut lachen musste. Gut, die Entwicklung von Rachel ist schon ziemlich interessant und hat durchaus Potential. Dieses scheitert allerdings an der Erzählstruktur. Das Buch ist ein langer Brief, den Rachel an Clara schreibt, wobei sie chronologisch die Zeit seit der Pressekonferenz darstellt und parallel die Geschichte ihrer Freundschaft, die in der Pubertät beginnt. Rachels Kindheit leidet unter einem lieblosen Elternhaus, in der ihre Mutter ihr nie den Namen ihres Vaters mitteilen möchte, und sie das Gefühl vermittelt bekommt, völlig unzulänglich zu sein. Clara, die ungekrönte Königin der Klasse, wählt die neu zugezogene Rachel zu ihrer besten Freundin aus, weshalb sie viele Mädchen beneiden. Warum sich Rachel dann am Abend von Claras Verschwinden mit denen trifft? Keine Ahnung, vielleicht Masochismus ... Jedenfalls ist schon schnell klar für den Leser, dass da noch mehr hinter der Geschichte stecken muss, dass eine der beiden Freundinnen eine extrem unglaubwürdige Zeugin sein muss. Ist Clara manipulaitv? Oder Rachel eine eiskalte Psychopatin? Beides wäre möglich, der Krimi folgt schließlich einer Spur, die man aber nur als an den Haaren herbeigezogen bezeichnen kann.

Wie gesagt, ich bin froh, dass ich das Buch ohne großen Verlust gleich weiter verkaufen kann ;-)

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