Mittwoch, 8. Februar 2012

Leonie Swann - Garou


Leonie Swanns Erstling "Glenkill" hatte mich vor ein paar Jahren wirklich beeindruckt. Ich fand es unglaublich spannend, wie sie es geschafft hat, einen Krimi zu entwickeln, dessen Plot selbst den Ermittlern völlig unklar war, und trotz allem eine Lösung herbeizuführen, die logisch erschien und lustig war. Deshalb habe ich mich gefreut, als mir jetzt auch endlich der Nachfolger "Garou" in der Stadtbibliothek in die Hände fiel...

In "Garou" wurde die Schafsherde um Miss Maple, das klügste Schaf Irlands, von Rebecca übernommen, der Tochter ihres alten Besitzers. Rebecca wurde von ihrem Vater dazu verpflichtet, mit den Schafen nach Frankreich zu fahren und so sind unsere Schafe plötzlich mit einem Land konfrontiert, in dem alle Menschen nicht so sprechen wie Rebecca, andere Schafe dafür aber wie diese Menschen, und zu allem Überfluss ist plötzlich Winter und neben der Weide liegt eine Leiche (zum Glück kein Schaf, finden die Schafe - zum Glück kein Mensch, die Menschen). Also alles in allem Routine für die Schafe, wären da nicht die etwas irre erscheinenden Ziegen von der Nachbarweide und die Gerüchte, das alles sei das Werk eines Werwolfs, eines Garou. Klar, dass die Herde wieder einmal neugierig wird und Ermittlungen aufnimmt.

Das also, kurz zusammengefasst, der Inhalt, der wirklich vielversprechend klingt. Trotzdem hat das Buch bei mir einen faden Nachgeschmack hinterlassen, den ich auch nach einem Monat Nackdenken noch nicht genau beschreiben kann. Es ist einfach ... totgetreten, wenn man es negativ sagen möchte. Irgendwie ein fader aufguss vom ersten Band, ohne dessen Funken zu schlagen. Der Fall wirkt langatmig und ich kann ihm als Leser kaum noch folgen, eben gerade auch, weil Leonie Swann diesmal versucht, ein wenig mysteriösere Figuren einzubauen. Ehrlich, bei der ersten unterhaltung mit den Ziegen hatte ich das Gefühl, mein Hirn würde grade eine Runde in der Achterbahn drehen, ohne dass ich wusste, worauf das alles hinauslaufen sollte. Und so ging es mir bei vielen Szenen - die sind nett, im einzelnen betrachtet, einige (die interessanten Versuche der Schafe, ein Auto mit einer für Autos modifizierten Gute-Nacht-Geschichte zu starten) sind wirklich komisch, aber insgesamt wirkt das alles so zusammenhanglos und ohne ein wirklich Ziel. Es plätschert alles dahin und dann ist die letzte Seite da und man hat einen Täter und alles könnte gut sein, hätte man als Leser nicht das Gefühl, dass einem irgendetwas wesentliches entgangen sein muss. Und das, so schlimm es klingt, ist es einfach nicht. Schade, ich hatte mich gefreut auf dieses Buch. Ich ärgere mich nicht, es gelesen zu haben, aber ich hätte es auch nicht vermisst, hätte ich es nicht gelesen.

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