Freitag, 11. März 2016

[Rezensionsexemplar] Niall Williams - Die Geschichte des Regens

Ruth is 19 Jahre als und wird an Leukämie sterben. Also liegt sie in ihrem Zimmer, von dem aus man den Shannon hören kann, lauscht dem ständigen irischen Regen und  liest sich durch die dreitausendneunhundertfünfundachtzig Bücher, die ihr Vater Virgil Swain ihr hinterlassen hat. Inspiriert von der Lektüre und ihrer eigenen überbordenden Fantasie lässt sie vor den Augen des Lesers ihre Ahnen aufmarschieren: Urgroßvater Absalom Swain, den Reverend, Großvater Abraham, der beim Stabhochsprung das Fliegen lernte, und schließlich ihre Eltern Virgil und Mary, die sich vornahmen, die unfruchtbarsten vierzehn Morgen Erde, die Westirland zu bieten hat, urbar zu machen ...

Entweder ist es mein schwangerschaftshormongeplagtes Gehirn oder einfach nicht die richtige Zeit - aber ich und das Buch sind einfach nicht warm geworden, so dass ich bis zur Hälfte gekommen bin, es danach fast vier Wochen neben meinem Bett lag und mir jedes Mal ein schlechtes Gewissen verschaffte, kaum, dass ich es angesehen habe ... Schließlich habe ich mich dazu gezwungen, es zu beenden, hatte damit aber wirklich nicht viel Spaß, ws ich auch für mich schade finde.

Ich hatte mir das Buch ausgesucht, weil der Klappentext wahnsinnig gut klang. Es geht um Literatur, um Irland, um Familie, eigentlich alles, was mich so durch die trüben Wintermonate bringt. Aber chon nach wenigen Seiten musste ich feststellen: dieses Buch ist unendlich ermüdend. Das liegt vor allem am Erzählstil. Nicht nur, dass Ruth ganz getreu der Flussmetapher schweift und Bögen schlägt, ging mir ihr Wortschatz so gewaltig auf die Nerven, dass ich gelegentlich gewünscht habe, dass die Leukämie sich mal beeilt. Gemein, ich wei. Aber dieses permanente "werter Leser" hier und "werter Leser" da gekoppelt mit der nervigen Angewohnheit, jedes zweite Wort in Großbuchstaben zu schreiben (merke: wenn man betonen will, dann sollte man dabei nicht dafür sorgen, dass der Leser vor lauter Bedeutung den Überblick verliert!) - ich bin regelmäßig mit dem Buch in der Hand eingeschlafen und war doch nur zwei Seiten weitergekommen. Es ist nicht so, dass die Geschichte an sich langweilig wäre, aber mir fehlt einfach ein roter Faden, der micht wirklich durch das Buch führt und mich dazu bringt, es beenden zu wollen. Ich habe mir noch nie so schwer damit getan, ein Buch zu lesen, habe dabei an mir selbst immer wieder gezweifelt, ob ich irgendetwas nicht verstehe oder dergleichen - aber anscheinend ist Niall Willias Stil einfach nichts für mich.

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